Wie du dich in Achtsamkeit üben kannst - Teil 1: Trauer verwandeln

Aktualisiert: 15. Sept 2020


Trauer verwandeln | Kinder erziehen

Achtsamkeit ist in aller Munde. Aber was ist Achtsamkeit eigentlich?

Wobei kann es uns helfen? Und wie werden wir überhaupt achtsam?

Theoretisch können wir auf alles, womit wir in unserem Leben konfrontiert sind, achtsam reagieren. Allerdings brauchen wir dafür tägliche Praxis, also viel Übung.

Die Energie der Achtsamkeit ist die Energie der Gegenwärtigkeit.

Es ist die Übung und die Fähigkeit den jetzigen Moment wirklich wahrzunehmen und in ihm anzukommen. Unser Leben findet immer gegenwärtig statt - nur entgeht uns meist genau dieser Augenblick. Der jetzige Moment!

Wenn du diese Tatsache einmal untersuchst, dann wirst du bemerken, dass dein Leben die meiste Zeit nur in deinem Kopf stattfindet und du dein eigentliches Leben - das was im Moment ist - ständig verpasst. Du befindest dich nämlich meistens entweder in deiner Vergangenheit oder in deiner Zukunft. Meistens befindest du dich dort, weil du über deine Probleme und Sorgen nachdenkst.

Das heißt, dein Leben wird permanent von deiner eigenen Angst gesteuert.

Wenn du dich jahrelang mehr im Kopf, also in der Zukunft oder der Vergangenheit aufgehalten hast, wirst du einige Zeit der Übung brauchen, bis du dich immer mehr dabei ertappst und endlich beginnst in der Gegenwart zu landen.

Das Erste was du also brauchst ist, Durchhaltevermögen beim Üben.

Versuche einmal nur für 2 Minuten ganz konzentriert - ohne einen Gedanken - im Hier und Jetzt zu sein- dann bemerkst du, wie sehr dich dein Kopf daran zu hindern versucht.

Immerzu schwirrt ein Gedanke oder eine Emotion in dir herum und buhlt um deine Aufmerksamkeit.

Du wirst vielleicht auch bemerken, dass deine Wahrnehmungen von Vergangenem oder Zukünftigem gefärbt sind. Du also immer mit einer gewissen Vergangenheits- oder Zukunftsbrille auf die jeweilige Person und Situation blickst, mit der du gerade zu tun hast. Und die Farbe dieser Brille bestimmt letztendlich was du siehst, bzw. deine Interpretation des Geschehens.

Wenn du dich davon befreien möchtest, wenn du den Schmerz deiner Vergangenheit beenden willst und den ständigen Sorgen und Ängsten über die Zukunft, ist das einzige was du tun kannst, in die Gegenwart zu kommen und dort zu bleiben.

Auf welche Weise du das üben kannst und was du durch deine Achtsamkeit alles in deinem Leben positiv verändern kannst, werde ich dir in meinem Blog nach und nach beschreiben.


Falls du mit mir arbeiten möchtest oder Fragen an mich hast, ruf mich an und vereinbare ein kostenloses Erstgespräch unter: +49 176 621 00 257 oder

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Ich freue mich auf Dich! Claudia

Stichwort: Erziehungsberatung online.


Übung 1 - Trauer durch Achtsamkeit verwandeln:

Wenn wir Schmerzen haben, leiden wir und sind deshalb unglücklich.

Schmerzen können durch vielerlei ausgelöst werden.

Bei körperlichen Schmerzen wie Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen usw. wissen wir, dass wir den Schmerz nur für einen gewissen Zeitraum ertragen müssen, denn wir tun gezielt etwas dagegen: Wir gehen zum Arzt und nehmen meistens Medikamente.

Wie wir jedoch alle wissen, gibt es sehr viel Leid anderer Art, das uns meist noch wesentlich schlimmere Schmerzen beschert:

Betrug, Verrat, Ignoranz, Eifersucht, Wut, Ärger, Streitigkeiten, Verzweiflung usw.

Diese Art Leid bereitet ebenfalls eine Menge Schmerz - vor allem wissen wir nicht, ob und wann er endet. Kein Arzt kann helfen und häufig wissen wir selbst leider auch nicht, was wir dagegen tun können.

Im Gegenteil, meist nimmt unser Schmerz noch zu, da wir treffsicher das Falsche machen und unseren Schmerz mit negativen Gedanken Nahrung geben:

„Ich bin es einfach nicht wert geliebt zu werden.“

„Ich bin einfach nicht schön genug.“

„Ich bin nicht gut genug.“

„Ich kann das einfach nicht.“

„ Es wird nie aufhören.“

„Ich verdiene einfach nichts anderes.“

„Ich bin zu blöd.“ Usw.

Wenn wir auf diese Weise denken, verstärken wir unseren Schmerz und bleiben darin stecken. Wir finden quasi die Rechtfertigung dafür, warum wir leiden müssen.

Wir glauben immer mehr, es gibt keinen Ausweg.

Wenn du auf diese Weise denkst, zeigt das allerdings nicht wie es wirklich ist, es zeigt nur wie du über dich selbst denkst. Es zeigt, welche Brille du gerade trägst. Es zeigt, dass du fest steckst.

Vielleicht denkst du auch:

„Der andere hat Schuld.“

„Wenn nur der andere sein Verhalten ändert, dann wird alles gut.“

„Ich kann nichts tun.“

„Ich bin gefangen in der Situation.“ usw.

Wenn du auf diese Weise denkst, machst du dich zum Opfer.

Du wirst abhängig davon, dass andere sich verändern und plötzlich liebevoll mit dir umgehen. Damit kann dein Leben vorbei gehen, im Schmerz und als Opfer gefangen.

Denn nur du selbst kannst deine Situation verändern. Ein anderer kann nur das mit dir machen, was du zulässt.

Es kommt also alles darauf an, was du wirklich erreichen willst?

Willst du dich von deinem Leid befreien, musst du Verantwortung für dich und deinen Schmerz übernehmen, für deine Situation, für das was du gerade erlebst.

Du kannst lernen dich sowohl aus der Opferrolle, als auch von deinem Selbsthass zu befreien.

Für Beides kann dir die Energie der Achtsamkeit helfen.

Die meisten von uns versuchen nämlich von ihrem Schmerz abzulenken.

Dem Schmerz auszuweichen, ihn zu unterdrücken, zu betäuben oder auf irgendeine Weise zu ignorieren - es ist ein wenig wie der Versuch durch Ignoranz und Wegschauen eine gute Lösung zu erzielen.

Leider funktioniert das nicht.

Auf diese Weise bleibt das Leid in deinem Körper stecken und verursacht häufig noch Wut und Hass auf die Person, die der scheinbare Auslöser deines Schmerzes ist.

Um Leid aufzulösen, brauchst du also eine andere Strategie -

Du musst den Mut aufbringen und dich dem scheinbaren Feind, deinem Schmerz, zuwenden.

Was bedeutet es, sich dem Schmerz zuzuwenden?

Es bedeutet, du gibt dem Schmerz deine ganze liebevolle Aufmerksamkeit.

Wenn es sich um Trauer handelt, kannst du dir die Energie der Trauer als riesigen dunklen Trauerkloß vorstellen, seinen Kopf auf deinen Schoß betten und ihn mit deiner Liebe und deinem Mitgefühl umfangen und trösten.

Du heißt die Energie der Trauer in deinem inneren willkommen und wendest dich ihr liebend zu. Als würdest du dich einem verwundeten Kind zuwenden, das sich gerade sehr verletzt hat und deinen Trost braucht.

Du wendest dich also mit der Haltung des Mitgefühls und Liebe der Energie der Trauer in deinem Inneren zu.

Das ist die Energie der Achtsamkeit.

Du nimmst jetzt wahr, was in deinem Inneren gesehen und geheilt werden will und schenkst ihm deine liebevolle Aufmerksamkeit und dein Mitgefühl.

Verweile dort.

Du kannst dir die Trauer auch als weinendes Kind vorstellen, das Trost bei dir sucht - bleibe jedoch unbedingt immer in deiner mitfühlenden, liebenden Haltung.

Wenn du möchtest, kannst du auch tröstende Worte zu deiner Trauer sagen, das wird sie schneller beruhigen. Wenn du Trauer lange umfängst und tröstest, wird sie ihre Farbe langsam verändern. Daran wirst du erkennen, dass sie sich schon etwas getröstet fühlt.

Du kannst ihr zulächeln und in die Augen schauen und sagen. Ich bin für dich da. Hab keine Angst.

Wenn du bemerkst, dass du damit beginnst jemanden anderen für deinen Schmerz verantwortlich zu machen, komme zu deiner mitfühlenden Haltung und deinem Schmerz zurück. Bleibe bei deiner Trauer. Beschuldige niemanden dafür. Auch dich selbst nicht.

Komme einfach immer wieder zu der Energie der Trauer zurück.

Diese Übung kannst du verstärken, wenn du dich jeden Tag mindestens für 5- 10 Minuten in Stille hinsetzt und über Mitgefühl meditierst:

Das kannst du folgendermaßen machen:

Setze dich aufrecht entweder auf einen Stuhl (beide Füße müssen dabei flach auf dem Fußboden aufliegen) auf ein Meditationskissen oder eine Meditationsbank.

Achte darauf, dass dich niemand stören kann.

Atme nur durch deine Nase.

Schließe nun die Augen oder richte deinen Blick sanft und unbestimmt ca. einen Meter vor dir auf den Boden.

Nun mache 10 langsame, tiefe Atemzüge in deinen Bauch.

Konzentriere dich auf dein sanftes kühles Einatmen.

Konzentriere dich auf dein sanftes warmes Ausatmen.

Wenn du merkst, dass du abgelenkt warst und vergessen hast wo du bist, beginne noch einmal von vorn.

Denke jetzt an jemanden, von dem du meinst er sei unglücklich und leide.

Setze dich in deiner Vorstellung ihm gegenüber und öffne dein ganzes Herz für sein Leid.

Stelle dir vor, wie du ihm seinen ganzen Schmerz abnimmst.

Sage dir: Gib mir deinen ganzen Schmerz, gib mir dein ganzes Leid.

Stell dir vor, wie mit jedem Atemzug das Leid der Person aus seiner Nase entweicht.

Du nimmst dieses Leid nun auf dich und verbrennst es in deinem liebenden Herzen.

Nun schickst du der Person alles Glück und alle Freude dieser Welt. Alles was sie sich wünscht. Dabei kannst du dich und die Person in eine goldene oder eine Lilafarbene Wolke der Freude umhüllen.

Lege nun deine Hände vor der Brust zusammen und bedanke dich bei dir selbst.

Namaste.


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