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Mit Jugendlichen auf Augenhöhe gelassen bleiben

Aktualisiert: 22. Aug. 2022


Statt dass wir uns darüber freuen, dass unsere Kinder immer älter und unabhängiger werden, wird die Pubertät in unserem Kulturkreis als besonders "schwierig" und herausfordernd dargesttellt.


Viele Eltern, die sich in dieser Zeit an mich wenden sagen: "Ich bin mit meinem Latein am Ende!"

Das heißt ganz einfach: Wir sollten es endlich mit einer anderen Sprache versuchen!


Wir wollen unseren Kindern Freiräume zugestehen —

Wir wollen, dass sie selbstständig denken —

Wir wollen, dass sie gewaltfrei aufwachsen —

Wir wollen, dass sie eigene Entscheidungen treffen lernen —

Wir wollen, dass sie lernen die Konsequenzen ihres Handelns tragen —

usw.


Wir wollen auf autoritäre Erziehung verzichten!


Trotzdem fällt es uns in der Umsetzung schwer!


Weshalb?


1. Weil wir Führung mit Autorität verwechseln:


Kinder brauchen unsere Führung. Sie wollen sogar unsere Führung, auch wenn sie schon etwas älter sind.

Führung würde ich mit "natürlicher Autorität" gleichsetzen - wir können uns dazu jedoch auch einfach eine Leitungsposition vorstellen: Wir geben die Richtung vor und den Rahmen, in welchem die Familienkultur, die Streit- und Diskussionskultur, die Kommunikationskultur, Respekt, Wertschätzung usw. gelebt werden.


Wir leben auch genau die Kultur vor, wie wir sie auch von unseren Kindern erwarten und diese Kultur spiegelt sich in unseren Handlungen, unserer Kommunikation usw. gegenüber unseren Kindern immer wieder:


Und hier liegt häufig der Hund begraben:


Viele Eltern scheuen sich davor, die Verantwortung einer Führungskraft wirklich zu übernehmen!


Das bedeutet nämlich, dass wir eine klare Haltung einnehmen und sie ruhig zeigen, dass wir Verantwortung übernehmen, dass wir uns unter Umständen unbeliebt machen, dass wir authentisch und integer handeln, dass wir uns unserem mehr an Wissen und Erfahrung bewusst sind - uns deshalb jedoch keineswegs erhöhen, sondern nur immer wieder liebevoll den Weg weisen.


Kinder im Jugendalter sind auf dem Weg ihren eigenen Weg zu finden - sie stehen an vielen Weggabelungen und um herauszufinden, welchen Weg sie gehen wollen - was zu ihren Werten passt und wo sie sich wohl fühlen - probieren sie unterschiedliche Wege aus.


Das ist auch richtig so - das können wir ihnen nicht abnehmen.


Dabei verirren sich manche oder sie kommen in Situationen, die sie noch nicht einschätzen konnten und benötigen nun unsere Hilfe:


Diese Hilfe sollte immer wertschätzend sein. Wir sollten uns verkneifen zu sagen: Habe ich es dir doch gesagt. Oder: Was hast du dir dabei nur gedacht?


Statt dessen können wir unser Kind freundlich und wirklich interessiert fragen:


Was hast du dabei für dich lernen können?

Weißt du, wieso du in diese Situation gekommen bist?

Was hat dich angezogen?

Wir können fragen, ob sie unsere Meinung dazu hören wollen - und nur wenn sie bejahen, auch darauf antworten.


Jugendliche versuchen ihre Identität zu finden, sie entdecken das andere Geschlecht und erleben verwirrende emotionale und körperliche Reaktionen - alles parallel zu dem sonstigen Leben.


Wir können immer wieder signalisieren, dass wir da sind - dass sie sich auf unsere Liebe immer verlassen können - auch wenn sie einmal "Mist" bauen.


Wir sollten ihnen ihren Freiraum geben und darauf vertrauen, dass sie wissen, welche Regeln gelten und sie nicht immer wieder neu daran erinnern.


So zeigen wir ihnen unser Vertrauen!


Und wenn unsere Kinder eine tragfähige Beziehung zu uns haben, werden sie unser Vertrauen auch nicht enttäuschen wollen.







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