Wie du mit Streit unter Geschwistern umgehen kannst und entspannt bleibst

Aktualisiert: März 2


Geschwister | Kinder erziehen

Geschwister streiten sich.

Menschen, die sich nahe sind, streiten sich.

Egal wie viel Mühe wir uns geben, es scheint normal zu sein, dass Menschen sich auch manchmal streiten.

Auseinandersetzungen sind jedoch nicht per se negativ.

Es ist in erster Linie wichtig zu lernen, wie

wir mit Streit und Auseinandersetzungen konstruktiv umgehen können.


Auseinandersetzungen sind nämlich in jeder Beziehung wichtig, da Kinder z.B. unbedingt lernen müssen, Gespräche zu führen, in welcher verschiedene Parteien unterschiedliche Meinungen oder Standpunkte vertreten.


Wir Eltern streiten auch.

Mit unserem Partner, mit unseren Eltern, mit unseren Kindern.

Manchmal können wir im Streit ruhig bleiben und die richtigen Worte finden und dadurch zur Lösung beitragen. Manchmal auch nicht.


Wenn Geschwisterkinder miteinander streiten, sich anschreien, an den Haaren ziehen, schubsen und mehr, beginnt sich unser Magen zu verkrampfen und wir denken: Bitte nicht schon wieder!


Wir hoffen inständig unsere Kinder wären endlich dazu in der Lage ihre Probleme alleine zu lösen, bzw. den Streit nicht ständig eskalieren zu lassen.


Wir haben nämlich schon die Erfahrung gemacht - unsere Einmischung trägt nicht unbedingt zu einer Lösung bei.


Häufig fühlt sich danach mindestens ein Kind falsch oder ungerecht behandelt.


Kinder im Kindergarten - und Grundschulalter reagieren meist aus einem starken Gefühl heraus, sie haben noch Schwierigkeiten sich zu kontrollieren und nehmen noch jede Aussage sehr persönlich.


Außerdem haben sie meist leider noch keine Techniken gelernt, wie sie mit ihren starken Emotionen umgehen können, bzw. wie sie sich selbst regulieren können.


Sie sind noch nicht so weit, sich besser zu kontrollieren. Sie werden es jedoch noch lernen!

Dadurch sind sie meist allerdings noch ihren starken Emotionen ausgeliefert und wollen nur noch irgendwie das starke negative Gefühl loswerden - was dann zu den heftigen Streits führt.


Auch wir Erwachsenen kennen Momente starker Emotion, in welchen es uns schwer fällt, uns zu distanzieren und logische Schlüsse zu ziehen.


Konflikte lassen sich aber nicht vermeiden - sie sind normal und sogar notwendig.


Auch auf diese Weise können Kinder wichtige soziale Kompetenzen üben und lernen:


• Sie können lernen, wie starke Emotionen reguliert werden können.


• Sie können lernen Kompromisse auszuhandeln.


• Sie lernen sich verbal zu vertreten.


• Sie lernen zuzuhören.


• Sie lernen, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt und dabei beide Seiten von ihrem „Recht“

überzeugt sind. Sie lernen also im besten Fall, dass es immer mehrere Perspektiven zu beachten

gilt.


• Sie lernen, "körperliche Aggression“ kontrolliert auszudrücken.


• Sie lernen, dass Gerechtigkeit unterschiedlich betrachtet werden kann und das häufig im Auge

des Betrachters liegt.


• Sie lernen, sich Lösungen zu finden.


• Sie lernen, dass Konflikte normal sind und die Liebe und Wertschätzung davon nicht

beeinträchtigt wird.

(Vorausgesetzt, mit Konflikten wird konstruktiv umgegangen.)

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Du erreichst mich unter +49 176 621 00 257 oder per mail: kontakt@kinderhochdrei.de

Stichwort: Bindungsorientierte Erziehung

Ich freue mich auf Dich! Claudia

Damit unsere Kinder lernen mit Meinungsverschiedenheiten besser zurecht zu kommen, brauchen sie vor allem uns, als Vorbild.


Wir müssen ihnen zeigen und vorleben, welche Möglichkeiten es gibt, Probleme und Auseinandersetzungen konstruktiv anzugehen:

Wenn wir z.B. Streit mit unserem Partner haben und unser Kind anwesend ist, müssen wir uns bewusst machen, dass es uns beobachtet und von uns lernt, deshalb sollten wir immer einige Punkte beachten:


  • Vor einem Konflikt niemals weglaufen. Konflikte erfordern unsere Aufmerksamkeit. Wie müssen uns ihrer annehmen, damit sie nicht immer größer werden. Also ist es notwendig - auch wenn es uns Angst macht und/oder wir keine Lust dazu haben - sich jedem Konflikt zu stellen und miteinander ehrlich zu sprechen.


  • Ruhig bleiben und nicht schreien. Wenn wir spüren, dass wir das gerade nicht können, dem Partner mitteilen, dass das Gespräch besser auf später (morgen) verschoben wird.


  • Dem anderen wirklich zuhören und ihn aussprechen lassen. Nachfragen, ob das was wir gehört haben auch wirklich vom anderen so gemeint war.

Also: Habe ich dich richtig verstanden....? Ich habe gehört....


  • Erst zuhören und danach antworten. Erst, wenn wir über das Gesagte wirklich einen Moment nachgedacht haben. Sich wenigstens kurz Zeit nehmen und überlegen, wie wir die Sichtweise unseres Partners einbeziehen können, ob sie nicht eine Berechtigung hat.


  • In der eigenen Verantwortung bleiben: "Ich bin traurig, weil....Es macht mich wütend, wenn ich erlebe, dass..".


  • Nach Möglichkeiten suchen, den Konflikt oder die Meinungsverschiedenheit für beide zufriedenstellend zu lösen, also nach Kompromissen suchen oder Lösungen die für beide stimmt.


Wenn unsere Kinder miteinander in Streit geraten, möglichst ruhig zu bleiben und abwarten


Wir müssen uns klarmachen, dass hier wichtige Lernprozesse durchgespielt werden.


Folgende Punkte sollten wir jedoch beachten:

  • Welchen Altersunterschied haben die Kinder? Wenn die Kinder einen sehr großen Altersunterschied haben, von drei und mehr Jahren und der Streit sehr heftig ist, kann es sein, dass das kleinere Kind uns braucht und wir ihm Sicherheit geben müssen.


  • Ist der Streit sehr körperlich? Ist ein Kind eindeutig unterlegen? Besteht Verletzungsgefahr? Braucht ein Kind unser Eingreifen? Dann trennen wir die Kinder sofort.


  • Meistens erfahren wir als Eltern nur einen Teil des ganzen Streits. Deshalb sollten wir uns auf keinen Fall zum Schiedsrichter machen und Partei für eines unserer Kinder ergreifen. Das wird nur zu schlimmeren Streits führen, da sich das „unterlegene“ Kind falsch und ungerecht behandelt fühlen wird.


  • Auf keinen Fall sollten wir davon ausgehen, dass das ältere Kind immer nachzugeben habe oder sich verständig zu verhalten habe. Oder erwarten wir, dass der ältere Partner in unseren Konflikten immer nachgibt? Ist das realistisch?


  • Wenn wir wollen, dass beide Kinder lernen mit Konflikten umzugehen, dann müssen wir Neutralität bewahren.


Geschwisterstreit, (wann) macht Einmischung Sinn?


Wenn wir erkennen, dass unsere Kinder im Streit Hilfe benötigen, dann:

  • Setzen wir uns zu ihnen. Wir lassen jedes Kind erst einmal beschreiben, was aus seiner Sicht passiert ist. Anschließend fragen wir jedes Kind danach wie es sich gerade fühlt.

  • Dabei bewerten wir auf keinen Fall sein Gefühl.

Auch wenn es sagt, wie doof es sein Geschwister gerade findet.

Wir helfen ihm dabei, sein Gefühl zu benennen. Wir fragen danach was es spürt, wo es das Gefühl in seinem Körper spürt und benennen das Gefühl.


  • Auf diese Weise, lernen unsere Kinder ihre Emotionen nicht nur kennen und ausdrücken, sondern auch sich selbst und ihren Körper besser verstehen. Der gesamte Prozess führt ebenfalls dazu, dass die Kinder sich langsam beruhigen und dem jeweils anderen Kind dabei zuhören (müssen), während es über seine Sicht der Situation berichtet.


  • Am Ende fassen wir noch einmal alles zusammen und fragen jedes der Kinder nach einem Lösungsvorschlag. Hier machen die Kinder die Erfahrung, dass sie sich langfristig selbst helfen können und ihre Ideen ernst genommen und zu einer Einigung führen können.


  • Wir können auch fragen, ob die Kinder einverstanden wären, einen Vorschlag von uns zu hören.


  • Wir sollten uns auch vorab ehrlich die Frage stellen, ob wir und welche „Rolle“ wir jedem unserer Kinder insgeheim zugeteilt haben. Es kann z.B. sein, dass wir das ältere Kind immer in der Verantwortung sehen, die Kleine immer die „Liebe“ ist, die beschützt werden muss oder die „Wilde“, die immer Unruhe stiftet. usw.


  • Es gibt viele Studien die zeigen, dass Kinder Erwartungen "erfüllen". Das heißt, wenn wir davon ausgehen, dass ein bestimmtes Kind Unruhe stiftet, sich verantwortungslos verhält, lügt usw. dann wird es unsere Erwartungen dementsprechend bestätigen.

Diesen Effekt nennt man in der Wissenschaft "Pygmalion - Effekt".

Statt dessen können wir uns auf die Stärken unserer Kinder konzentrieren.



Entscheide dich für ein friedlicheres und entspannteres Familienleben. Vereinbare ein kostenloses Klärungsgespräch. Du erreichst mich unter +49 176 621 00 257 oder per mail: kontakt@kinderhochdrei.de Ich freue mich auf dich! Claudia


Stichwort: Grenzen setzen bei Kindern

  • Gibt es Zeiten, in welchen unsere Kinder besonders häufig streiten?

Sind die Kinder vielleicht schon zu müde oder hungrig?


  • Wenn der Streit zu heftig wird, sollten wir laut „Stopp“ rufen und sehr deutlich sagen:

  • „Stopp! Ich will, dass wir hier in der Familie respektvoll miteinander umgehen. Auch wenn wir streiten.


  • Auch mit Kindern können regelmäßige Entspannungs- und Atemübungen dazu beitragen, sich immer besser zu regulieren und eine immer bessere Selbstwahrnehmung ermöglichen:

Jedes Kind kann sich eine Auszeit nehmen und 10 Mal tief länger aus- als einatmen. Auch Kurzmeditationen von 2-3 Minuten können wir mit Kindern schon ab 3-4 Jahren machen.



Ruhige Momente mit unseren Kindern sollten wir dazu nutzen über Konflikte zu sprechen:

„Wie fühlt es sich an wütend zu sein? Was kannst du tun, wenn du wütend bist?

Kannst du klar denken, wenn du wütend bist? Was könntest du statt schreien und schlagen tun?

Wie fühlst du dich nach so einem Streit?


• Wie kannst du in Zukunft mit deiner Wut im Körper umgehen?

  • Wo fühlst du die Wut in deinem Körper? Was könntest du zu ihr sagen, um dich zu beruhigen?


Übe mit deinen Kindern gemeinsam: „Setze dich ganz aufrecht hin und atme mehrmals ganz tief und langsam in deinen Bauch.


Stelle dir vor, wie alle Wut (rote Farbe?) aus deinen Nasenlöchern entweicht. Stelle dir vor, wie dich nun die Farbe der Liebe, der Freundschaft umgibt. Wie du dich leicht und unbeschwert fühlst.“


Konflikte lösen zu lernen, braucht viele, viele Jahre, uns als Vorbilder und sehr viel Geduld.

Wir müssen bereit sein, unsere Kinder wirklich kennen zu lernen, ihre Emotionen zu respektieren und parteilos zu reagieren.


Gleichzeitig dürfen wir nicht wegschauen, wenn ein Kind echte „Aggressivität“ zeigt.

Zeigen wir vor allem Mut an unserer eigenen Konfliktfähigkeit zu arbeiten und lernen, mit unseren eigenen starken Emotionen angemessen umzugehen, dann sind wir gute Vorbilder für unsere Kinder.


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