Den Abschied in die Kita erleichtern

Aktualisiert: März 14


Junge_im_Blumenfeld | Trotzphase mit 5

Endlich arbeiten wir wieder und wir haben - Hurra! - für unser Kind sogar einen Kita-Platz erhalten.


Aber jetzt müssen wir allerdings zu einer bestimmten Zeit jeden Morgen aus dem Haus — und unser Kind in der Kita rechtzeitig verabschieden.


Leider beginnen häufig schon beim Aufstehen und Anziehen die ersten Probleme. Die Kleider sind nicht die richtigen, die Socken sind "doof", außerdem sind die Bauklötze viel interessanter und unser Kind sitzt auch noch nach einer halben Stunde nur mit einer Socke und einem T-Shirt bekleidet in seinem Zimmer.

Unser Tag beginnt mit Stress und mit schlechtem Gewissen, da wir mit unserem Kind in der kurzen Zeit am morgen schon streiten und es anschließend auch noch "alleine" lassen .

Die Verabschiedung


Die Verabschiedung in der Kita oder bei einer anderen "Fremdbetreuung" - kann für zusätzlichen Stress sorgen.

Unser Kind schreit und heult und klammert sich an uns fest und will nicht von der Erzieherin "übernommen" werden.


Was können wir anders machen?

Wie reagieren wir in dieser Situation richtig und bleiben dabei etwas gelassener?


Die Verabschiedung erleichtern


Unser Kind war vielleicht noch nie ohne uns und muss jetzt erst lernen, dass wir wieder kommen.


Die erste Trennung von uns ist für unser Kind - und meistens auch für uns selbst - ein grosser Schritt.

Unser Kind hat mit Trennungen vielleicht noch keine Erfahrung gemacht.

Es weiß also nicht, dass wir nach einer gewissen Zeit wieder kommen.

Es weiß noch nicht, wie es sich anfühlt, ohne Mama und Papa zu sein.

Mama und Papa bedeuten in erster Linie Sicherheit und sind vertraut.

Die Erzieherin und die vielen anderen Kinder jedoch sind noch etwas "fremd".


Mit Trennung müssen unsere Kinder also erst positive Erfahrungen machen.


Jeder Trennungsschmerz zu Beginn gehört also dazu und ist normal.


Wir selbst spüren diesen Schmerz meist ja selbst auch und unser Kind spürt, wenn wir als Eltern unsicher sind, ob es mit der neuen Situation zurecht kommt. Es spürt also auch, wenn wir uns unsicher fühlen.

Wenn unser Kind jedoch einige Male erlebt hat, dass es die Situation meistern kann, dass es Spass und Freude erlebt, auch ohne uns, fasst es nach und nach Vertrauen und der Abschied fällt ihm dann immer leichter.

Kinder, die schon von den Großeltern, einer Freundin oder Nachbarin betreut wurden, haben es mit der Trennung in der Kita meist leichter. Sie haben schon die Erfahrung gemacht, dass wir wieder kommen.


Ein "Übergangsobjekt" mitnehmen


Wir können unserem Kind die Verabschiedung etwas erleichtern, wenn wir ihm sein geliebtes Kuscheltier als sogenanntes "Übergangsobjekt" mitgeben. Das ist etwas Vertrautes aus seinem geliebten Zuhause, an das es sich schmiegen und etwas Trost suchen kann. Besprechen Sie das auch immer mit der jeweiligen Bezugserzieherin.


Ein regelmäßiges Abschiedsritual einführen


Ein immer gleich verlaufendes Abschiedsritual hilft unserem Kind sich von uns zu trennen.

Das Ritual gibt ihm Sicherheit, da es genau weiß, was als Nächstes kommt.

Wir können diesen Ablauf mit unserem Kind auch immer wieder vorab besprechen.

z.B. "Ich helfe dir noch beim Ausziehen und Hausschuhe anziehen.

Dann kannst du deine Bezugserzieherin begrüßen und schauen, womit oder mit wem du spielen möchtest. Dann werde ich dir einen Kuss geben und gehen."


Wenn wir unserem Kind die Wahl lassen wollen, dann

bitte immer nur zwei Dinge zur Auswahl vorschlagen: z.B. "

Willst du lieber in die Puppenecke oder zum Bauen?"


Sonst wird sich dein Kind schnell überfordert fühlen.


Falls es in der Kita keine morgendliche Begrüßung für die Kinder gibt, sprecht die Leitung darauf an - eine feste Begrüßungserzieherin hilft den Kindern sehr und uns Müttern ebenfalls.


Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Verabschiedung desto besser!

Lange Verabschiedungen verlängern nur unnötig den Schmerz unserer Kinder.


Vor dem Morgenkreis kommen

Die meisten Kitas halten um eine feste Uhrzeit einen Morgenkreis ab.

Für ankommende Kinder ist es meist sehr schwierig sich in den Kreis dazu zu setzen, da in diesem Moment alle Augen auf sie gerichtet sind - sie also extrem im Mittelpunkt stehen. Unsere Kinder sollten also auf jeden Fall schon vorher da sein. Das erleichtert ihnen das "reinkommen" und ankommen. Außerdem finden sie dann auch schneller ihre Spielpartner, da diese noch nicht "vergeben" sind.


Mit der Mutter des besten Freundes/der besten Freundin eine "Bringzeit" vereinbaren.


Falls unser Kind schon einen besten Freund oder eine beste Freundin hat, können wir ihm das Ankommen dadurch erleichtern, dass es dort gleich seinen Spielkameraden antrifft.

Also wenn möglich, eine feste Zeit mit der Mutter des Freundes/ der Freundin vereinbaren, wann das Kind in der Kita sein wird — dann können die Kinder gleich zusammen spielen gehen.


Unsere Sprache beachten:


Folgende Sätze sind liebevoll gemeint, bewirken aber eher das Gegenteil.


• "Also mein Spatz, ich geh dann jetzt mal, in Ordnung?"


• "Du musst nicht weinen, ja? Schau mal deine Freundin ist auch da und weint gar nicht."


• "Ist das ok, wenn ich jetzt gehe?


• "Kann ich jetzt gehen?"


• "Du musst doch nicht traurig sein. Hier gibt es soviel zu spielen."


Auf diese Weise verunsichern wir unsere Kinder nur und geben sogar unsere Verantwortung als Eltern an sie ab.


Besser ist es positiv und zuversichtlich zu sprechen:


• “Du wirst viel Freude haben und kannst mir später erzählen, mit wem du heute besonders viel

gelacht hast."

• "Ich wünsche dir einen wundervollen Tag. Bis später, mein Schatz."

• "Ich wünsche dir viel Spaß beim Spielen mein Schatz, Tschüß!"

• "Ich gehe jetzt und gebe dir noch einen Abschiedskuss."

• "Ich gehe jetzt und möchte dir noch winken."

• "Ich gehe jetzt und freue mich schon, wenn wir uns später am Tag wieder sehen."

Die eigenen Vorstellungen und Ängste ehrlich anschauen


Das heisst, auch wir Eltern sollten uns unbedingt bewusst machen:


"Wie geht es mir dabei, mein Kind "abzugeben?"  


Ganz oft hat der Abschiedsschmerz unseres Kindes nämlich mit uns selber zu tun.

Wenn wir selbst verunsichert sind, noch kein wirkliches Vertrauen zu der Einrichtung haben oder traurig darüber sind, dass wir unser Kind von anderen Personen betreuen lassen müssen, dann überträgt sich das ganz unbewusst auf unser Kind.


Es kann sein, dass wir sogar ein schlechtes Gewissen haben:


• "Mein Kind ist doch noch soooo klein!"

• "Bin ich egoistisch, wenn ich jetzt schon wieder arbeiten gehe?

Wie kann ich das meinem Kind nur antun?"

• "Mein Kind ist doch so sensibel, wie soll es hier nur zurecht kommen?"

• "Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich gerne arbeiten gehe?"


Wenn wir unserem Kind helfen wollen und wir beruhigt arbeiten gehen wollen, sollten wir unbedingt diese "Überlegungen" bewusst anschauen und verändern.


Wenn wir auf diese Weise denken, zeigen wir unserem Kind damit, dass uns Vertrauen in seine Stärke fehlt.

Wir zeigen ihm unbewusst, dass es nur sicher ist, wenn es sich in unserer Nähe aufhält.

Wir wollen vielleicht auch nicht, dass es zu anderen Menschen eine enge und vertraute Beziehung aufbaut?

All diese Fragen sollten wir uns ehrlich beantworten.


Gib - wenn irgend möglich - deinem Kind Zeit für die Eingewöhnung


Falls du Fragen hast, oder mit mir arbeiten möchtest, schreibe mir einfach eine kurze email unter: kontakt@kinderhochdrei.de oder schreibe mir eine whatsapp unter: +49 176 621 00 257

Stichwort: Bindungsorientierte Erziehung

Ich freue mich auf dich! Claudia

Kinder im Alter bis ca. zwei Jahren brauchen im Schnitt 3 - 6 Wochen Eingewöhnungszeit.

Kinder ab ca. zwei Jahren brauchen im Schnitt 2 - 4 Wochen, bis sie sich wirklich in eine Kita eingewöhnt haben.


Wir können erkennen, dass sich unser Kind eingewöhnt hat, wenn es sich von seiner Bezugserzieherin trösten und beruhigen lässt.


Die meisten Kitas und Kindergärten haben heutzutage ein gutes Eingewöhnungskonzept für die Kinder. Bei Sorgen und Fragen wenden wir uns am Besten immer umgehend an das pädagogische Fachpersonal. Je früher wir etwas ansprechen, desto schneller kann es behoben oder aufgeklärt werden.


Da wir den Erzieherinnen unser Kind anvertrauen, sollten wir auch von Beginn an versuchen einen vertrauensvollen und offenen (Gesprächs)kontakt zu pflegen. Sobald es in unserer Familie außergewöhnliche Vorkommnisse gibt, wie Umzug, Unfälle, Todesfälle, Scheidung, Trennung usw. sollte auch immer umgehend die Kita darüber informiert werden.

Die Erzieherinnen sollten immer wissen, womit unser Kind gerade konfrontiert wird, um dementsprechend liebevoll auf es eingehen zu können.

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Ich freue mich, wenn ich dir helfen und dich unterstützen kann.


Wenn du jemand kennst, der gerade vor dieser oder ähnlichen Aufgaben in der Familie steht, freue ich mich, wenn du mich weiter empfiehlst. Herzlichen Dank! Claudia

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