Wie und weshalb du Familienregeln immer mit deinem Kind gemeinsam aufstellen kannst

Aktualisiert: März 14


Familienregeln | bindungsorientierte Erziehung

Was müssen wir bedenken, wenn wir Familienregeln für unsere Kinder aufstellen?


Wollen wir erreichen, dass die Regeln eine Wirkung auf unsere Kinder haben, sollen sie verstehen, warum diese Regel uns wichtig ist?

Sollen sie eventuell sogar etwas dabei lernen?


Was wollen wir erreichen?


Der eigentliche Grund für Regeln ist, sich das Zusammenleben in der Gemeinschaft zu erleichtern. Jeder weiß, wie er sich in einer bestimmten Situation zu verhalten hat.



An sogenannten Höflichkeitsregeln, können wir das sehr gut erkennen:

"Einen Unbekannten begrüße ich per Handschlag und äußere:„Ich freue mich, Sie kennenzulernen."


Häufig sollen Regeln unser Kind auch von „Fehlverhalten“ abhalten.


Wir wollen z.B., dass es seine Jacke aufhängt und die Schuhe auszieht, wenn es die Wohnung betritt.

Wir wollen, dass es keine Schimpfworte verwendet.

Wir wollen, dass es uns nicht anschreit, wenn ihm etwas nicht passt.

Wir wollen, dass es nicht die Türen zuschlägt, wenn es sauer mit uns ist.


Die Regeln stellen meist wir alleine auf und häufig sogar ohne, dass wir erst bewusst darüber nachdenken.


Meist werden Familienregeln nach unseren Vorstellungen und Erwartungen an unser Zusammenleben festgelegt, wie etwas nach unserer Meinung zu sein hat.


Welche Vorstellungen und Erwartungen hat unser Kind? Wissen wir das?


Statt die Regeln nur vorzuschreiben, könnten wir die Familienregeln statt dessen gemeinsam festlegen. Dabei lernen Kinder uns als Eltern und wir unsere Kinder sogar viel besser kennen.

Wir können vorab - in einer entspannten Situation - erklären, weshalb uns etwas wichtig ist und wir diese Regel für unser Wohlbefinden benötigen.

Auch unserem Kind sollten wir genau zuhören und mit Interesse nachfragen, weshalb ihm diese Regel wichtig ist.


Dabei sollten wir uns bewusst sein, dass Kinder im Teenager- oder Jugendalter Verantwortung übernehmen wollen und das recht dazu haben, über ihr Leben mitzubestimmen. Sie lernen müssen, ihren Weg zu finden.


Wir sollten uns daher nicht verhalten, als wären sie noch kleine Kinder.


Meist konzentrieren wir uns auch eher auf das Fehlverhalten oder Regelverstöße, statt uns zu fragen, was unser Kind braucht, damit es sich für sein Verhalten und seine Aufgaben verantwortlich fühlt.


Dazu sollten wir zuerst als Eltern wissen, was wir wollen und was wir nicht wollen.

Welches Verhalten für uns angemessen und welches wir unangemessen finden.


Anschließend setzen wir uns gemeinsam mit unserem Kind zusammen und sprechen darüber.

Die Vorstellungen unseres Kindes sollten mit derselben Aufmerksamkeit gehört werden, wie wir sie erwarten und danach gemeinsam festgelegt werden, worauf wir uns geeinigt haben.


Wir können unser Kind fragen: Welche Verantwortlichkeiten bist du bereit für unsere Familie zu übernehmen?

Dabei geht es nicht nur um "ungeliebte Hausarbeiten" sondern auch um seine grundsätzlichen Verpflichtungen und Aufgaben, die es für die gesamte Familie übernehmen kann, wie z.B. Kochen, ein Geburtstagsfest planen, den Urlaub planen, Geld sparen, also Aufgaben auf die es stolz sein kann und seine Fähigkeiten stärken und ausbauen kann. usw.


Damit Vereinbarungen beachtet werden, sollten wir sie grundsätzlich gemeinsam mit unserem Kind besprechen und am besten sogar schriftlich festhalten.


Da unser Kind sich ständig weiter entwickelt, müssen wir die Regeln mindestens einmal im Jahr überprüfen und eventuell an das Alter und das Verhalten unserer Kinder anpassen.

Entscheide dich jetzt für ein ausgeglichenes und glückliches Familienleben. Du erreichst mich telefonisch unter: +49 176 621 00257 oder per mail: kontakt@kinderhochdrei.de Du erhältst innerhalb eines Tages einen Termin für ein kostenloses Klärungsgespräch.

ich freue mich auf Dich! Claudia


Stichwort: Kinder richtig erziehen.


Wenn wir zuerst die folgenden Fragen schriftlich für uns beantworten, wird es uns eventuell leichter fallen klare Entscheidungen zu treffen.


Welche Fähigkeiten und welche Eigenschaften wollen wir bei unserem Kind unterstützen:

  • Welche Beziehung haben wir zu unserem Kind? Welche wollen wir zu unserem Kind?

  • Wie soll sich unser Kind in Konfliktsituationen verhalten? Dazu sollten wir mindestens eine Situation beschreiben, in welcher wir selbst beteiligt sind. Wie reagieren wir in Konflikten? Was lernt es von uns?

  • Soll es widerstandsfähig sein? In welchen Situationen? Was bedeutet das für uns?Unterschiedliche Szenarien beschreiben.

  • Wollen wir, dass es seine Meinung vertritt und für sich eintreten kann? Was braucht unser Kind dafür? Wie können wir ihm dabei helfen?

  • Was trauen wir unserem Kind wirklich zu?

  • Haben wir grundsätzlich Vertrauen in unser Kind?

  • In welchen Bereichen vertrauen wir unserem Kind? Wo fällt es uns schwer?

  • Was wollen wir auf keinen Fall für unser Kind? Warum ist das für uns wichtig?

  • Mit welchen Dingen oder Menschen soll unser Kind auf keinen Fall Kontakt haben? Warum? Was wollen wir damit verhindern?

  • Vor was oder vor welchen Situationen wollen wir unser Kind beschützen? Welche Erfahrungen soll es nicht machen?

  • Glauben wir, dass unser Kind auch schwierigen Situationen gewachsen ist? Auf welche Weise meistert es schwierige Situationen? Was braucht es dazu?

  • Was soll unser Kind einmal erreichen? Glauben wir, dass unser Kind ähnliche Vorstellungen davon hat wie wir? Haben wir es schon einmal danach gefragt?

  • Wie gehen wir mit seinem Fehlverhalten um? Was können wir tun, damit unser Kind sich bei Fehlverhalten vertrauensvoll an uns wendet?


Nachdem wir alle Fragen beantwortet haben, gehen wir die Fragen erneut durch und beantworten sie ebenfalls schriftlich:


Wie müssen wir selbst sein, wie müssen wir uns verhalten, was müssen wir entwickeln, damit wir unser Kind in allen Belangen unterstützen können? Auch hier sollten wir jede einzelne Frage ehrlich schriftlich beantworten.


Wie gehen wir mit Konflikten in unserer Familie um?


In Afrika gibt es einen Stamm mit einem sehr außergewöhnlichen Brauch:

Wenn jemand etwas Schlechtes oder Falsches getan hat, versammelt sich der gesamte Stamm in der Mitte des Dorfes und erzählt ihm volle 2 Tage alle guten Dinge, die er bis jetzt getan hat. In diesem Stamm sind alle davon überzeugt, dass jeder Mensch als gutes Wesen auf die Welt kommt, aber manchmal auch jeder Fehler begeht. Sie interpretieren diese Fehler als einen Hilferuf an die Gemeinschaft. Deshalb hilft ihm der Stamm dabei, sich wieder an sein wahres Wesen zu erinnern.

Sie grüßen ihn mit dem Wort: „Sawabona“, was bedeutet: Ich respektiere dich. Ich schätze dich. Du bist mir wichtig.

Darauf antwortet die Person: „Shikoba“, was bedeutet: Dann bin ich gut. Ich existiere für dich.

Dieser Brauch soll die Person wieder aufbauen, damit sie sich geschätzt und geliebt fühlt und sich wieder an ihren guten Kern erinnert, von dem sie vorübergehend getrennt war.

Wie gehen wir mit Fehlern um?


Wie reagieren wir, wenn unsere Kinder Fehler machen und die aufgestellten Regeln missachten? Neigen wir dazu, unserem Kind unsere Wertschätzung zu entziehen?

Neigen wir dazu, zu Richtern und Geschworenen unserer Kinder zu werden?


Negative Beispiele wären:


• „Wie oft muss ich dir eigentlich etwas sagen, bevor du es verstehst?“

• "Das hast du schon wieder vergessen? So wird das nichts!"

• „Nicht in diesem Ton!“

• "Was glaubst du eigentlich wer du bist?"

• „Wie kannst du eigentlich in diesem Saustall leben?“

• „Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?

• "So wird nie was aus dir!"

• "Wenn du so weiter machst, dann landest du...."

• "Schalte doch einmal deinen Kopf ein.“

• „Meinst du wirklich, das ist der richtige Freund für dich?“



Berechtigt uns unsere Sorge um unser Kind etwa zu Geringschätzung, Missachtung und Verletzung?


Was wollen wir erreichen?

Entscheiden Sie sich jetzt für ein ausgeglichenes und glückliches Zusammenleben mit ihren Kindern. Sie erreichen mich telefonisch unter: +49 176 62100257 oder per mail: info@kinderhochdrei.de Sie erhalten innerhalb von 2 Tagen ein kostenfreies Klärungsgespräch von 20 Minuten.

Wenn es uns wichtig ist, mit unserem Kind verbunden zu bleiben, ihm nah zu sein, dann müssen wir lernen, angemessen auf seine Fehler und Experimente zu reagieren.


Was bedeutet das?


Unsere Kinder wollen erwachsen werden.

Sie wollen das Leben und sich „ausprobieren“.

Sie wollen verstehen, wer sie sind, wo ihr Platz im Leben sein könnte, welche Werte die Ihren sind, sie wollen feststellen, was sie wollen und was sie nicht wollen.

Wer sie sind ohne uns!


Um das herauszufinden, braucht es auch eine Portion Experimentierfreude, Mut und vor allem eigene Entscheidungen und auch Irrtümer.


Gleichzeitig braucht es Eltern, die umsichtig, stetig und standhaft einen Rahmen vorgeben, und unserem Kind unser Vertrauen schenken und nach und nach die Verantwortung für sein/ihr Leben und ihre Entscheidungen lassen.


• Auch und gerade dann, wenn es diesen Rahmen immer wieder übertritt.

• Unser Kind braucht unsere Sichtweise als Eltern - aber ohne Besserwisserei.

• Ohne es abzuwerten oder zu bewerten. Denn damit zeigen wir Geringschätzung und unser Kind

wird sich von uns abwenden.


Bleiben wir im Gespräch:


• Wie hast du dich dabei gefühlt?

• Wie fühlst du dich jetzt?

• Was denkst du jetzt darüber?

• Wie ging es dir damit?

• Welche Schlüsse ziehst du daraus für das nächste Mal?

• Was willst du erreichen?

• Was ist dir wichtig?


Indem wir mit unseren Kindern im Gespräch bleiben, unsere eigene Haltung immer wieder klar und liebevoll ausdrücken, unserem Kind jedoch auch Fehler zugestehen und es dafür nicht „abwerten“, schaffen wir gegenseitiges Vertrauen und zeigen unsere Fürsorge.


• Wir zeigen unserem Kind, dass es zu uns kommen kann, wenn es „Mist“ gebaut hat.

• Wir zeigen Vertrauen in seine Entscheidungen.

• Wir zeigen auch, dass Fehler zum Leben dazu gehören und es keinen Grund gibt zu lügen oder

sich zu verstellen.

• Wir zeigen die Notwendigkeit, seine Fehler zuzugeben und die Verantwortung dafür zu

übernehmen.


Anschließend können wir entweder die Vereinbarung anpassen oder klar bei der aufgestellten Vereinbarung bleiben.


Wenn wir ähnliche Erlebnisse als Teenager hatten, könnten wir unser Kind fragen, ob es interessiert daran ist, zu hören was wir erlebt haben und welche Erkenntnisse wir aus unseren eigenen Erlebnissen gewinnen konnten.

Wir können mit unserem Kind besprechen, welche Konsequenzen es selbst aus seinem Erlebnis zieht und ihm die Möglichkeit geben Vorschläge dazu zu machen.


Fehler sind notwendig. Unser Kind muss Fehler machen können, um sich selbst zu verstehen und weiter zu entwickeln.


Fehler erscheinen uns oft dramatischer als sie sind.

Dabei helfen uns doch gerade unsere eigenen Fehlentscheidungen weiter.

Sie verhelfen uns meist endlich zur Einsicht und Umkehr.

Sie unterstützen uns dabei, die Welt, die Menschen, Situationen und letztendlich uns selbst besser zu verstehen und zu erkennen:


Wie will ich weiter machen? Was ist mir wichtig? Worauf will ich in Zukunft achten?

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